A

Add-On

Als "Add-On" beschreiben wir das Konzept einer „Zweit-IOL“, die zusätzlich zu einer herkömmlichen Kapselsacklinse in den Sulcus ciliaris implantiert wird.

Dadurch sind Korrekturen wie sphärische Refraktionsfehler (Hyperopie, Myopie), Hornhautastigmatismus oder pseudophake Presbyopie möglich. Durch eine gelbe Add-On Linse kann auch für einen Netzhautschutz gesorgt werden.

Akkommodation

Das Auge besitzt die Fähigkeit, sich auf Nah- und Fernsicht einzustellen. Dies wird durch eine Formveränderung der Augenlinse erreicht. Die Elastizität der Linse und ihre Akkommodationsfähigkeit lässt im Alter jedoch nach. Viele Menschen benötigen dann eine Lesebrille.

AMD (= Altersabhängige Makuladegeneration)

Eine Makuladegeneration führt zu allmählichen Funktionseinbußen – auch "Gelber Fleck" genannt – im mittleren Sehfeld und zunehmend zum Verlust von Zellen der zentralen Netzhaut, der "Leinwand des Auges".

AMD ist derzeit nicht heilbar und daher in Deutschland der häufigste Grund für erhebliche Sehbehinderungen. Im Zentrum des Gesichtsfeldes kommt es zu:

- Verzerrungen
- Reduktion der Sehschärfe
- Verschlechterung der Lesefähigkeit
- Abnahme von Kontrastempfinden und Farbsehen

Aphakie

Unter Aphakie versteht man die Linsenlosigkeit eines Auges. Sie entsteht praktisch immer durch eine operative Entfernung der natürlichen Linse. Die Aphakie tritt heute nur selten auf, da man nach der Entfernung der natürlichen Linse meist sofort eine Kunstlinse implantiert – diesen Zustand nennt man dann Pseudophakie.

Astigmatismus (= Hornhautverkrümmung)

Die Hornhaut des Auges ist nicht ebenmäßig kugelförmig gewölbt, sondern sie weist unterschiedliche Krümmungen in verschiedene Richtungen auf. Beim Betrachten von Gegenständen werden so aus Punkten Striche/Stäbchen, deshalb auch "Stabsichtigkeit". Hornhautverkrümmungen können mit Brillen, Kontaktlinsen oder Operationen ausgeglichen werden.

B

Blaulichtfilter

Der Blaulichtfilter der gelben IOLs imitiert die Filtereigenschaften der natürlichen Linse und schützt die Netzhaut des Auges vor dem energiereichem gefährlichen Blaulicht.

Brechkraft

Die Brechkraft gibt an, wie stark die Lichtstrahlen beim Durchdringen der Hornhaut und der Linse gebrochen werden. Sie wird in Dioptrien (Dpt.) angegeben.

C

Cornea (= Hornhaut)

Sie bildet den vorderen, glasklar durchsichtigen Teil der äußeren Augenhaut. Ihr Durchmesser beträgt ca. 11 bis 12 mm, ihre Dicke im Zentrum 0,5 bis 0,6 mm.

D

Dioptrie

Maßeinheit der Brechkraft; ist das Auge kurzsichtig, so steht ein Minuszeichen vor dem Wert des Brillenglases oder der Kontaktlinse.

Die Brechkraft einer Linse wird in der Einheit Dioptrie (kurz dpt.) angegeben. Die Dioptrienzahl gibt den Kehrwert der in Metern gemessenen Brennweite an. Eine Linse mit 4,0 Dioptrien hat demzufolge eine Brennweite von 0,25 m.

F

FDA

Die Food and Drug Administration (FDA) ist die Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten, die für die Zulassung u.a. von Medikamenten und Medizinprodukten zuständig ist. 1927 gegründet regelt die FDA den Zugang zum amerikanischen Markt.

G

Glaukom (= Grüner Star)

Erkrankung, bei der ein erhöhter Augeninnendruck den Sehnerv schädigt und zu einer Erblindung des Auges führen kann.

Grauer Star

Grauer Star (= die Katarakt)

Eintrübung der Augenlinse infolge von natürlichen Alterungsprozessen, Medikamenten oder Augenverletzungen.

Betrachtet man Menschen, die an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die gräuliche Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich die Bezeichnung Grauer Star ableitet. Jedes Jahr werden in Deutschland um die 800.000 Operationen durchgeführt, bei denen die eingetrübte Linse durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt wird.

H

Haptiken

Äußere, elastische Fortsätze der künstlichen Linse zur Verankerung im Kapselsack des Auges.

Hornhaut

Sie bildet den vorderen, glasklar durchsichtigen Teil der äußeren Augenhaut. Ihr Durchmesser beträgt ca. 11 bis 12 mm, ihre Dicke im Zentrum 0,5 bis 0,6 mm.

Hyperopie (= Weitsichtigkeit)

Fehlsichtigkeit: Scharfes Sehen von entfernten Gegenständen, unscharfes Sehen von Gegenständen in der Nähe.

I

Intraokularlinse (kurz: IOL)

Kunststofflinse, die bei der Operation des Grauen Stars heute als Ersatz für die körpereigene Linse in das Augeninnere eingesetzt wird. Man unterscheidet Hinterkammerlinsen (Standard) und Vorderkammerlinsen, faltbare Linsen (aus Acrylat oder Silikon) und starre Linsen (aus Plexiglas).

Die erste Intraokularlinse wurde von Harold Ridley 1949 implantiert.

Iris

Regenbogenhaut, die dem Auge die Farbe gibt. Sie steuert die Pupille (Blendenöffnung), die sich vergrößern und verkleinern kann.

K

Katarakt

Katarakt, die (= Grauer Star)

Eintrübung der Augenlinse infolge von natürlichen Alterungsprozessen, Medikamenten oder Augenverletzungen.

Betrachtet man Menschen, die an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich die Bezeichnung Grauer Star ableitet. Jedes Jahr werden in Deutschland um die 600.000 Operationen durchgeführt, bei denen die eingetrübte Linse durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt wird.

L

Lasik

Laser In situ Keratomileusis. Verfahren der refraktiven Chirurgie zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten durch Laserabtrag (Excimer-Laser) im Inneren der Hornhaut.

M

Makula

Die Makula liegt im Zentrum der Netzhaut (= Retina) und bildet die Stelle des schärfsten Sehens.

Marfan Syndrom

Genetische, dominant vererbbare Bindegewebserkrankung, benannt nach dem franz. Kinderarzt Marfan, der dieses Syndrom vor über 100 Jahren als erster beschrieb.

Monofokallinse

Intraokularlinsen, die in nur einem Entfernungsbereich (in der Regel in der Ferne) ein scharfes Bild liefern. Für das Sehen in der Nähe wird zusätzlich eine Brille benötigt.

Multifokallinsen

Intraokularlinsen, die ein gutes Sehvermögen über den gesamten Sehbereich von nah bis fern und dadurch weitgehende Brillenunabhängigkeit ermöglichen.

Myopie (= Kurzsichtigkeit)

Fehlsichtigkeit: Scharfes Sehen von Gegenständen in der Nähe, unscharfes Sehen von weiter entfernten Gegenständen.

O

Ophthalmologie (=Augenheilkunde)

Die Ophthalmologie ist die Lehre von den Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans und des Sehsinnes und deren medizinischer Behandlung.

Neben der Korrektur von Fehlsichtigkeiten (Kurz- oder Weitsichtigkeit) gehören dazu die Behandlung des Schielens, des grünen und des grauen Stars (Katarakt) sowie Verletzungen an der Hornhaut und der Iris.

Die Ophthalmologie ist eine der ältesten medizinischen Disziplinen.

P

PMMA

Polymethylmethacrylat (PMMA), auch Plexiglas oder Acrylglas genannt, ist ein Werkstoff, aus dem phake IOLs hergestellt werden. Das amorphe, glasklar transparente, thermoplastische Material zeichnet sich durch seine hervorragende Beständigkeit gegenüber Witterung, Licht und UV-Strahlung aus.

Presbyopie (= Alterssichtigkeit)

Ab etwa dem 45. Lebensjahr lässt die Fähigkeit, in der Nähe scharf zu sehen, spürbar nach. Die Augenlinse verliert an Elastizität, wodurch das Scharfstellen vermindert wird. Eine Lesebrille ist dann erforderlich.

Pseudophakie

Pseudophakie ist der medizinische Fachausdruck für das Vorhandensein einer Kunstlinse im Auge. Die häufigste Ursache für eine Pseudophakie ist eine vorangegangene Operation des Grauen Stars.

R

Retina

Die Netzhaut ist eine lichtempfindliche Schicht aus Nervenzellen am Augenhintergrund, die Lichtstrahlen wahrnehmen und entsprechende Reize an das Gehirn weiterleiten kann.

S

Sphäre

Bezeichnung (in Dioptrien) einer Optik mit Krümmungsradius zum Ausgleich einer Kurz- oder Weitsichtigkeit.

Stabsichtigkeit

Durch Hornhautverkrümmung verursachte Fehlsichtigkeit, bei der statt einzelner Punkte eines Gegenstandes Striche/Stäbchen wahrgenommen werden.

T

Torische Intraokularlinse

Spezielle Intraokularlinsen mit zylindrischer Wirkung zum Ausgleich von höheren Graden von regulärer Hornhautverkrümmung. Torische Intraokularlinsen können im Rahmen einer Staroperation eingesetzt werden.

U

UV-Filter

Unsichtbares ultraviolettes Licht kann das Auge schädigen und die Entstehung von Grauem Star begünstigen. Aus diesem Grund ist ein UV-Filter bei Intraokularlinsen mitttlererweile Standard, um schädliche UV-Strahlen vom Auge fern zu halten.

V

Visus

Die Sehschärfe des Auges wird als Visus bezeichnet. Sie bezeichnet die Grundfunktion des Auges, nämlich beim Ansehen Gegenstände scharf zu sehen, Einzelheiten zu erkennen. Ein Visus von 1,0 enspricht einer Sehschärfe von 100 %.

Z

Ziliarmuskel

Muskel des Ziliarkörpers, der die Akkommodation (Fähigkeit des Auges, sich auf Nah- und Fernobjekte scharf einzustellen) bewirkt. Durch Anspannung werden die Zonulafasern entlastet, wodurch sich die jugendliche Linse stärker wölbt und somit eine stärkere Brechkraft entwickelt.